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 drucken  vor  10.01.2018 15:07:09 110 Datensätze gefunden
Marktstimmung: "Nicht zu viel des Guten"

10. Januar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Hiesige Anleger beantworten den rasanten Kursgewinn der vergangenen Tage mit Gewinnmitnahmen, was die Rahmenbedingung für steigende Preise weiter verbessert.

Es mag derzeit viele Anleger geben, die sich angesichts der globalen Aktienrallye von Tag zu Tag verwundert die Augen reiben und sich immer wieder die Frage stellen: "Kann das wirklich so weitergehen?" Natürlich gibt es vor allen Dingen für US-Aktien einen Grund, der für steigende Kurse auf der Hand liegt: die dortige Steuerreform. Aber hierzulande scheint man etwas vorsichtiger zu sein. Zumindest hat der jüngste Aufschwung des DAX einige Akteure auf dem falschen Fuß erwischt, denn das Börsenbarometer ist seit vergangenen Mittwoch um 3,2 Prozent gestiegen. Vor allen Dingen die Angst zu Jahresbeginn, es könnte erst einmal zu einem Abverkauf deutscher Aktien kommen, hat sich erwartungsgemäß nicht bewahrheitet.

Allerdings scheinen die institutionellen Anleger überwiegend nicht für den jüngsten Anstieg deutscher Standardwerte verantwortlich gewesen zu sein. Denn unsere heutige Stimmungsumfrage belegt, dass es sogar zu Positionsglattstellungen bzw. Gewinnmitnahmen vormaliger Börsenbullen gekommen ist. Dies zeigt der Börse Frankfurt Sentiment-Index, der um 5 Punkte auf einen Stand von +12 Punkte gefallen ist. Allerdings haben sich die vormaligen Optimisten nicht wirklich auf die Bärenseite getraut, sondern scheinen eher auf einen Wiedereinstieg auf günstigerem Niveau zu warten - fast alle finden sich nun wieder im Lager der neutral Gestimmten. Tatsächlich dürfte es für die Gewinnmitnahmen ökonomisch wenige Gründe gegeben haben. Auch wenn gerade zu Jahresanfang immer wieder behauptet wurde, der starke Euro sei Gift für feste Aktienkurse, ist dieses Argument nicht wirklich überzeugend. Gerade wenn man etwa gestern den deutschen Handelsbilanzüberschuss betrachtet, der im Dezember die Erwartungen auf der positiven Seite übertraf.

Im Rückenwind der Hausse

Bei den Privatanlegern ergibt sich indes ein völlig anderes Bild. Nicht nur weil deren Börse Frankfurt Sentiment-Index um 8 Punkte auf einen Stand von +28 Punkte gestiegen ist. Vielmehr gab es in dieser Gruppe sogar eine kleine Kapitulation vormals pessimistisch eingestellter Akteure, während die Gruppe der Optimisten allerdings kaum angestiegen ist. Dennoch sind die Privatanleger in diesem Jahr deutlich positiver gestimmt als ihre institutionellen Pendants.

Während sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index der Privatanleger verglichen mit Vorjahreswerten immer noch nicht übertrieben positiv, also nicht zu viel des Guten zeigt, ist die Stimmung bei den Institutionellen bezogen auf das letzte Quartal sogar relativ schlecht. Zumindest wird deutlich, dass die jüngsten Abgaben dem DAX kaum geschadet haben.

Tatsächlich könnte der deutliche Anstieg des Börsenbarometers während des Berichtszeitraums auch auf das Konto ausländischer Kapitalzuflüsse gehen. Zumindest hat sich durch die heutige Erhebung die Gefahr einer sogenannten Bias, also eine sich verschlechternde Stimmung bei gleichzeitig steigenden Kursen unter den institutionellen Anleger ergeben. Sollte das Börsenbarometer tatsächlich unter Druck geraten, wäre auf jeden Fall genügend Nachfrage durch einen Neueinstieg mancher Investoren in die Schwäche vorhanden, womit um größere Korrekturen vermieden werden dürften. Noch interessanter würde sich das Geschehen indes gestalten, falls der DAX sein bisheriges Allzeithoch bei 13.525 Zählern knacken sollte. Dann würden auch die letzten Skeptiker in Erklärungsnöte kommen. Stimmungstechnisch sind wir also für den DAX nach wie vor positiv eingestellt.

10. Januar 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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