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Anleihen: Renditen weiter im Plus

Nach dem Renditeanstieg für Bundesanleihen zeigen die Charts für den Euro-Bund-Future nach Ansicht von Analysten weiter nach unten. Fünfjährige deutsche Staatsanleihen bringen wieder Ertrag.

2. Februar 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Abgaben bestimmen weiterhin das Bild am hiesigen Rentenmarkt. "Im Laufe der Woche hat sich bei Anlegern die Annahme verfestigt, dass es in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr insgesamt vier Zinserhöhungen in Höhe von jeweils 25 Basispunkten geben wird", beschreibt Arthur Brunner von der ICF Bank die gegenwärtige Stimmung. "Damit würde die Zeit der ultraniedrigen Zinsen der Vergangenheit angehören."

Zwar habe die Federal Reserve bei ihrem letzten Zinsentscheid unter Leitung von Janet Yellen keine Anpassung vorgenommen. Dennoch hätten die Notenbanker die jüngsten konjunkturellen Entwicklungen in ihrem schriftlichen Kommentar nun als solide statt wie bisher als gemäßigt formuliert. Zudem steige die Zuversicht, noch in 2018 eine Annäherung an die gewünschte Inflationsrate von 2,0 Prozent zu erreichen.

Erträge fünfjährige Bundesanleihen wieder im Plus

Der richtungweisende Euro-Bund-Future reagierte mit Verlusten. Aktuell notiert das hiesige Zinsbarometer etwas über 158 Prozent. Zum Jahresbeginn waren es noch über 161 Prozent. "Zehnjährige Bundesanleihen kommen derzeit auf eine Rendite von rund 0,74 Prozent", berechnet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank, der an den Tiefpunkt von minus 0,205 Prozent am 6. Juli 2016 für das Laufzeitband erinnert. Selbst im fünfjährigen Bereich würden wieder positive Erträge erzielt. Die durchschnittliche Zuteilungsrendite für die jüngste Auktion fünfjähriger deutscher Staatsanleihen (WKN 114177) betrug 0,08 Prozent. "Aktuell rentieren Anleihen in dieser Kategorie bei 0,11 Prozent."

Nachholeffekte spielen eine Rolle

Renditen von über 0,7 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen sind für Claudia Wind vor dem Hintergrund einer immer noch äußerst zurückhaltenden Geldpolitik der Europäischen Zentralbank durchaus beachtlich. Sie widmet sich der Frage nach den Auslösern. Denn ein Blick auf die Inflationsrisiken im Euroraum zeige, dass die EZB die Zügel kaum schneller und deutlicher wird straffen müssen. "Vielmehr wird insbesondere an den US-Rentenmärkten nun das nachgeholt, was im vergangenen Jahr ausgeblieben ist", urteilt die Analystin der Helaba. Seit 2017 finde lediglich eine "Normalisierung der Inflation" in Richtung 2 Prozent statt, die nun endlich an den Rentenmärkten angemessen berücksichtigt werde. "Sonst bleibt alles beim Alten."

"Möglicherweise verunsichern am deutschen Rentenmarkt auch die jüngsten Ideen bezüglich einer europäischen Super-Anleihe, der sogenannten Sovereign Bond-Backed Securities (SBBS)", ergänzt Kollege Ulf Krauss.

Charts bleiben abwärtsgerichtet

Aus technischer Perspektive sieht der Rentenhändler der Baader Bank den Abwärtstrend beim Euro-Bund-Future intakt. Selbst das Schließen einer bestehenden kleinen Lücke zwischen 159,64 und 159,66 Prozent und ein Anstieg bis in den Bereich zwischen 159,80 und der psychologischen Marke von 160 Prozent würde an dieser Lage nichts ändern. Die auf diesem Niveau zu erzielende Rendite von rund 0,60 Prozent stelle allerdings im momentanen Umfeld die Untergrenze dar und sollte Stopp zufolge erneut zur Positionsabsicherung genutzt werden.

Ohne konjunkturelle bzw. politische Impulse rechnet die Baader Bank in den kommenden Handelstagen mit einem Test der 158 Prozent-Marke. "Ob die ursprünglich in diesem Bereich angedachte Kaufbereitschaft der Investoren einsetzen wird, bleibt allerdings abzuwarten."

Griechenland streckt Fühler aus

Nachdem Tsipras wiederholt die Rückkehr an den Kapitalmarkt nach Ende der internationalen Hilfen im August 2018 thematisiert habe, soll Athen nun kurz vor einem ersten Testballon stehen, wie Brunner anmerkt. "Medien berichten von einem siebenjährigen, auf Euro lautenden Bond, der bereits in der kommenden Woche platziert werden soll." Damit würde Athen das günstige Umfeld nutzen. Zehnjährige Griechenlandanleihen rentierten derzeit bei 3,64 Prozent.

Lufthansa, Sixt und Covestro überzeugen

Im Handel mit Unternehmensanleihen meldet Daniel Interesse an einer mit jährlich 1,125 Prozent verzinsten Anleihe von Sixt Leasing (WKN A2DADR), die unterm Strich gekauft würde. Ebenso deckten sich Anleger in Summe mit einer im September 2024 fälligen Covestro-Anleihe (WKN A169MH) ein, die einen Kupon von 1,75 Prozent bringe. Eine in 2075 zur Rückzahlung anstehende Anleihe der Lufthansa (WKN A161YP) mit jährlich 5,125 Prozent Zinsen würde rege gehandelt. "Hier überwogen die Zuflüsse."

Gekauft wird auch ein bis Juni 2021 laufender Bond der Outokumpu Oyj (WKN A1823X), die Anlegern 7,25 Prozent Zinsen pro Jahr beschert. Bis zu 10 Prozent des ausstehenden Anleihe-Kapitals kann das finnische Werkstoffunternehmen im Rahmen einer Teilkündigung zu 103 Prozent zurückzahlen. Danach ist eine jährliche Ablösung zum jeweiligen Kurs möglich. "Die Anleihe wird in Stücken von 810 Euro gehandelt und notiert derzeit knapp unter 109 Prozent."

von: Iris Merker
2. Februar 2018, © Deutsche Börse AG

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