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 drucken  vor  23.04.2018 12:00:49 121 Datensätze gefunden
Wochenausblick: Gemischte Stimmung vor Berichtssaison

23. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nicht nur beim Wetter zeigt sich der April bislang von seiner besten Seite, auch an der Börse gibt es wenig zu bemängeln: Seit dem Tief unter 11.800 Punkten vor vier Wochen hat der DAX über 700 Punkte zugelegt auf 12.540 Zähler am Freitagabend. Am Montagmorgen sind es 12.500 Punkte. An den US-Börsen kam es am Freitag zu Gewinnmitnahmen, doch auch der Dow Jones hat einen großen Teil seiner Verluste vom Februar wieder wettgemacht.

Aufmerksam beobachtet wird unterdessen der US-Zinsanstieg: Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen steuert auf 3 Prozent zu, und höhere Zinsen gelten als Gift für die Börsen. Auch der Ölpreis sorgt für Furore: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete vergangene Woche in der Spitze 74,75 US-Dollar - soviel wie seit Dezember 2014 nicht mehr. Am Montagmorgen sind es immer noch 74,03 US-Dollar. Andere Rohstoffe wie Aluminium und Nickel haben sich ebenfalls zuletzt deutlich verteuert. Höhere Rohstoffpreise könnten die Inflation antreiben, die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Geldpolitik stiege.

Schlechte Nachrichten ignoriert

Robert Halver von der Baader Bank zufolge haben die Aktienmärkte nach der jahresanfänglichen Konsolidierung allerdings mittlerweile eine ähnliche "Antikrisenhaftbeschichtung wie Teflon-Pfannen". Kriegsangst, Zollangst und Zinsangst blieben ohne Auswirkungen. Die Anleger seien offensichtlich immer mehr bereit, zwischen den "blutüberströmten" Nachrichtenzeilen zu lesen und vor allem politisch zu denken. Sie wüssten, dass Politiker wie Trump, Putin, Merkel oder Draghi keine Krisen und Konflikte anstrebten, die militärisch, finanz- und realwirtschaftlich sowie schließlich bei ihnen persönlich zum Untergang führten. "Die Aktienmärkte haben immer Recht."

Kurzfristig Korrektur?

Nach Ansicht von Sören Wiedau von der Weberbank gibt es ohnehin immer noch viele Argumente für steigende Aktienmärkte: das anhaltende Niedrigzinsumfeld, die robuste Weltwirtschaft, steigende Unternehmensgewinne, attraktive Dividendenrenditen sowie die im relativen Vergleich günstigen Bewertungen. "Allerdings sollten die Risiken nicht außer Acht gelassen werden", bemerkt der Portfoliomanager. Ein möglicher Handelskrieg zwischen den USA und China, eine Ausweitung der Russland-Sanktionen sowie geopolitische Auseinandersetzungen stellten nach wie vor potentielle Belastungsfaktoren dar. Außerdem sei die Zinsentwicklung ungewiss, ebenso, mit welchen Maßnahmen die EU und China auf die Importzölle der USA antworten werden. "Eine weitere kurzfristige Kurskorrektur kann somit nicht ausgeschlossen werden." Diese sollte laut Wiedau aber für strategische Käufe genutzt werden.

Während die US-Berichtssaison schon auf ihren Höhepunkt zusteuert, geht es in Deutschland erst jetzt richtig los: Am Dienstag legt SAP seine Bücher offen, am Donnerstag folgt die Deutsche Bank. "Diese Woche wird klarer werden, inwieweit sich die Stimmung gerade exportorientierter Unternehmen nachhaltig eingetrübt hat", kommentiert Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Er verweist außerdem auf das 1. Mai-Ultimatum von US-Präsident Trump bezüglich einiger Zölle. "In Kürze wird sich zeigen, ob in der Breite längere Handelskonflikte bevorstehen."

Verkaufssignale bei Indikatoren

Die Charttechnik mahnt zur Vorsicht. Laut Christoph Geyer von der Commerzbank hat sich die Lage zum Wochenschluss wieder deutlich eingetrübt. "Die Indizes sind an Widerständen gescheitert und haben kurzfristige Aufwärtstrends gebrochen." Zudem hätten am Freitag die Umsätze bei rückläufigen Notierungen angezogen. Die Indikatoren stünden vor Verkaufssignalen oder hätten diese bereits generiert. Das alles spreche eher für eine neue Abwärtsbewegung. Andererseits sendeten die politischen Signale leichte Entspannungszeichen. "Wie bekannt sein dürfte, haben politische Börsen allerdings kurze Beine. Daher dürfte die Konsolidierung nur verschoben sein."

Auch Christian Schmidt von der Helaba ist skeptisch. "Die zuletzt fehlende Bewegungsdynamik auf der Oberseite und deutlich anziehende Handelsumsätze bei fallenden Kursen sowie Richtung Süden kippende Indikatoren sprechen für ein nahes Ende der Erholung", erklärt der technische Analyst. Eine erste beachtenswerte Unterstützungsmarke finde sich bei 12.524 Zählern, weitere Unterstützungen bei 12.504, 12.482, 12.455, 12.427, 12.321 und 12.242 Zählern.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 24. April

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex April. Laut Commerzbank ist mit einem wahren Einbruch zu rechnen. Allerdings sei das nur zum kleineren Teil durch eine schlechtere Stimmung unter den Unternehmen bedingt, der größte Teil sei Folge einer Indexüberarbeitung. Zum einen bekomme dieser ein neues Basisjahr, inhaltlich wichtiger sei aber die Berücksichtigung des Dienstleistungssektors.

Donnerstag, 26. April

13.45 Uhr. Eurozone: EZB-Ratssitzung mit anschließender Pressekonferenz.

Freitag, 27. April

9.55 Uhr. Deutschland: Arbeitslosenzahlen März. Laut Postbank kann den deutschen Arbeitsmarkt derzeit nichts erschüttern. Es gebe keinen Grund, kurzfristig eine Abschwächung des Trends rückläufiger Arbeitslosenzahlen zu befürchten, heißt es. Die Analysten rechnen für den April mit einem Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen um 15.000 gegenüber März und einer saisonbereinigten Arbeitslosenquote von weiterhin 5,3 Prozent.

14.30 Uhr. USA: BIP erstes Quartal. Nach Ansicht der DekaBank hat sich nach drei verhältnismäßig kräftigen Quartalen die Wachstumsdynamik abgeschwächt. Die Analysten rechnen gegenüber dem Vorquartal und auf das Gesamtjahr hochgerechnet mit einem Zuwachs von 2 Prozent. Angesichts der umfangreichen Steuersenkungen sei das enttäuschend, allerdings würden die Zahlen wegen einer unzureichenden Saisonbereinigung im ersten Quartal nach unten verzerrt.

23. April 2018, © Deutsche Börse AG

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