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zurück  drucken  vor  02.05.2018 16:03:52 116 Datensätze gefunden
Marktstimmung: "Sell (or buy?) in May"

Marktbeobacher und Kommentatoren erschlagen Anleger mit der alten Börsenregel, im Mai aus dem Markt zu gehen. Auch wenn sich scheinbar niemand bisher daran halten will, denn aus verhaltensorientierter Sicht ist der Markt in robuster Verfassung.

2. Mai 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Immer zu Beginn des schönen Monats Mai wird die altbekannte Börsenregel "Sell in May and go away" wieder medial aufgewärmt. Dann kann man Statistiken lesen, wie oft es in der Vergangenheit geklappt hat oder auch nicht, wie hoch die Risiken waren etc. Und am Ende bleibt dann doch eine gewisse Ratlosigkeit, ob man nun am zweiten, 15., am Monatsende oder an einem anderen x-beliebigen Handelstag all seine Aktienbestände absichern oder gar komplett verkaufen soll. Dann soll es wiederum Börsianer geben, die noch nicht einmal den ersten Handelstag im Mai abwarten möchten und deshalb bereits während der letzten Apriltage diese viel zu bekannte, dennoch umstrittene Regel vorsichtshalber befolgen, um der angeblichen Masse der verkaufenden Börsianer zuvorzukommen.

Indes: Unsere heutige Sentiment-Erhebung zeigt, dass die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren zumindest bis heute nicht im Traum an diese Mai-Regel geglaubt haben. Denn vom deutlichen Pessimismus unserer letzten April-Erhebung hat sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index klar erholt und sich um 23 Zähler auf einen Stand von +15 Punkten befestigt.

Wie wir bereits in der Vorwoche erwähnten, hatte sich zumindest ein Teil der institutionellen Investoren offensichtlich auf eine stärkere DAX-Korrektur eingestellt, während es andere mit der Angst zu tun bekamen. Und weil diese Korrektur gar nicht erst zustande gekommen ist, mussten viele Pessimisten letztlich dem gestiegenen Börsenbarometer hinterherrennen. Man kann durchaus von einer regelrechten Short-Squeeze, also einer kleinen Kaufpanik, sprechen.

Ob dabei wohl ein Umdenken stattgefunden hat? Die Gründe, sich ausgerechnet in deutschen oder EU-Titeln zu engagieren, liegen eigentlich nicht so recht auf der Hand. Aber es ist schon bemerkenswert, dass der DAX stichtagsbezogen seit unserer vergangenen Erhebung immerhin um 1,7 Prozent an Wert gewonnen hat, während etwa der breit gestreute US-Aktienindex S&P 500 im gleichen Zeitraum nur etwas mehr als ein halbes Prozent zulegen konnte. Natürlich kann man das Zögern der Europäischen Zentralbank, ihre geldpolitische Wende durch Beendigung der Anleihekäufe einzuleiten, als positiv für Aktien der Eurozone sehen, weil die erste Zinserhöhung hierzulande noch in weiter Ferne zu liegen scheint. Und offenbar gehen viele Akteure auch davon aus, dass es sich bei der heute publizierten ersten Schätzung des Euroland-Wachstums für das zweite Quartal 2018 lediglich um eine Wachstumsdelle handelt. Auch dass heute die US-Notenbank tagt - es werden weithin keine neuen geldpolitischen Entscheidungen erwartet, scheint niemanden zu interessieren. Wo doch bereits eine leichte Veränderung in der Wortwahl beim heute Abend veröffentlichten Statement des Offenmarktausschusses der Fed Hinweise auf eine steigende Inflation und damit einhergehend eine schnellere Gangart bei künftigen Leitzinserhöhungen in den USA geben könnte.

Privatanleger bleiben zurückhaltend

Wie auch bereits in den vergangenen Wochen stellen wir bei den Privatanlegern eine Fortsetzung des Stimmungstrends in die andere Richtung fest. In dieser Anlegergruppe ist nämlich der Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte auf einen Stand von +3 Punkte gefallen. Zumindest vordergründig scheint es, als ob man sich an die Mai-Börsenregel gehalten hätte. Tatsächlich sind aber auch Gewinne aus vormals bullishen Engagements festgeschrieben worden.

Absolut betrachtet ist der Optimismus, der bei den institutionellen Anlegern vor 14 Tagen vorherrschte, zumindest teilweise zurückgekehrt. Das Bullenlager ist gleich hoch wie zu jenem Zeitpunkt, aber die Gruppe der Pessimisten (in der Vorwoche sprachen wir von Angstpositionen) ist immer noch deutlich größer als vor zwei Wochen. Für die relative Betrachtung auf Sicht von sechs Monaten überwiegt also immer noch ein leichter Pessimismus - bei den Privatanlegern ist er sogar recht deutlich ausgeprägt. Mit anderen Worten: Die Ausgangslage für den DAX bleibt grundsätzlich positiv.

2. Mai 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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