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zurück  drucken  vor  05.09.2018 16:04:50 119 Datensätze gefunden
Marktstimmung: "Schnäppchenjäger bleiben DAX fern"

Obgleich sich der DAX zum Zeitpunkt der heutigen Erhebung fast auf dem Tiefpunkt vom Sommer befand, haben sich kaum Käufer gefunden. Im Gegenteil: Die Furcht vor weiteren Hiobsbotschaften überwiegt.

5. September 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Schenkt man den Kommentatoren Glauben, werden die Börsianer derzeit gleich von mehreren Sorgen geplagt. Sei es die Krise in den Schwellenländern, die sich nicht so richtig beruhigen möchte, oder auch die drohende Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China. Letzterer könnte tatsächlich noch eine Schraubendrehung gesteigert werden, wenn am morgigen Donnerstag die Frist der öffentlichen Anhörung zu den neuen Strafzöllen endet und US-Präsident Donald Trump umgehend weiteren chinesischen Importen in Höhe von 200 Milliarden die Verzollung auferlegen kann. Andererseits hat es zuletzt sogar positive Signale aus Italien gegeben, wo sich die Renditen der Staatsanleihen während der vergangenen drei Tage deutlich von ihren Höchstständen in der Nähe der Jahreshochs zurückgebildet haben. Nicht zuletzt, weil der stellvertretende Premierminister Matteo Salvini zuletzt immer wieder beteuert hatte, dass sich die Neuverschuldung des italienischen Haushalts innerhalb der von der EU vorgegebenen Grenze von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bewegen würde. Dennoch ist es zu verstehen, dass man derartige Botschaften nicht überall für bare Münze nimmt. Denn die für die kommenden Jahre versprochenen Vorhaben der italienischen Regierung in Form eines Grundeinkommens für alle Bürger, einer Rentenreform oder gar Steuersenkungen lassen starke Zweifel aufkommen, ob sich Italien tatsächlich an die EU-Regeln wird halten können.

Von diesen Zweifeln dürfte auch ein Großteil der von uns wöchentlich befragten institutionellen Anleger geleitet werden, denn die Stimmung hat in diesem Panel einen weiteren Rückschlag erlebt: So ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um weitere 10 Punkte auf einen Stand von +1 gefallen. Interessanterweise speist sich der Anstieg im Bärenlager fast ausschließlich aus ehemals neutral gestimmten Akteuren, während die Gruppe der Optimisten nur ganz geringfügig geschrumpft ist. Diese Entwicklung ist nicht nur bemerkenswert, weil der Stand der "Neutralen" auf das niedrigste Niveau vom Februar dieses Jahres gefallen ist und sich somit eine starke Polarisierung zwischen Optimisten und Pessimisten ergibt. Auch haben sich die Pessimisten der Vorwoche - unter denen sich auch recht aktive Trader befinden - fast überhaupt nicht zu Rückkäufen ihrer Engagements verführen lassen, obgleich sich der DAX zum Erhebungszeitpunkt in der Nähe der Sommertiefs befand. Aber möglicherweise orientieren sich die Akteure auch am bisherigen Jahrestief (11.726), um sich, abgesehen von allen fundamentalen Zweifeln, noch günstiger eindecken zu können.

Disziplinierte Privatanleger


Ausgesprochen diszipliniert zeigen sich die Privatanleger, die noch in der Vorwoche zu großen Teilen auf steigende Kurse gesetzt hatten. Dass in diesem Panel der Börse Frankfurt Sentiment- Index um 18 Punkte auf einen Stand von +3 gefallen ist, zeigt, dass fast alle in der Vorwoche neu hinzugekommenen Bullen angesichts des DAX-Rückgangs von über 3 Prozent im Wochenvergleich die Notbremse gezogen und ihre Engagements wieder glattgestellt haben.

Mit der heutigen Erhebung wird zweierlei deutlich. Zum einen haben sich die Sentiment-Indices der institutionellen und der Privatanleger nach der großen Divergenz der beiden vorangegangenen Wochen wieder weitgehend angenähert. Zum anderen hat selbst ein Kursrückgang von 3,3 Prozent im Wochenvergleich, der normalerweise als Kaufgelegenheit wahrgenommen wird, kaum jemanden dazu verlockt, Absicherungen oder Short-Positionen zurückzunehmen, geschweige denn in großem Stil zu bestehenden Long-Engagements zusätzliche Käufe ("Hinzumischen" bzw. "Verbilligen") vorzunehmen. Was nichts anderes heißt, als dass die Sorgen vor einem größeren Kurseinbruch doch sehr stark wiegen. Auf der anderen Seite wäre in einem solchen Fall tatsächlich genügend heimische Nachfrage vorhanden, um einen etwaigen DAX-Einbruch abzufedern. Das gilt auch für den Fall, dass sich der DAX, etwa angetrieben durch langfristige Neuengagements (etwa aus dem Ausland), wieder erholen sollte. Dann müssten die Pessimisten von heute einem steigenden Markt hinterherlaufen.

5. September 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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