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zurück  drucken  vor  05.10.2018 16:21:43 120 Datensätze gefunden
Anleihen: "US-Zinsen auf Siebenjahreshoch"

Zwar kriselt es wieder in Italien und Griechenland, die Flucht in die Sicherheit bleibt aber aus. Mit den höheren Zinsen in den USA steigen auch die Renditen von Bundesanleihen.

5. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Dass die Zinsen weltweit anziehen, lässt sich mittlerweile nicht mehr ignorieren. "Zinssteigerungsfantasien sind derzeit das große Thema", bemerkt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank.

Am auffälligsten: Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries ist über 3,20 Prozent geklettert. "Starke US-Daten und insbesondere die Äußerung von Fed-Chef Powell, dass die Leitzinsen auch über das neutrale Niveau hinaus angehoben werden könnten, haben die zehnjährigen US-Treasury-Renditen seit Mittwochnachmittag um über 15 Basispunkte nach oben getrieben - und damit auf das höchste Niveau seit Mitte 2011", meldet Analyst Michael Leister von der Commerzbank.

Bundesanleihen können sich dem Trend nicht entziehen: Zehnjährige Papiere werfen wieder 0,56 Prozent ab. Der Euro-Bund-Future hat sich weiter abgeschwächt und liegt nach 158,79 Punkten vor einer Woche am Freitagmorgen bei 157,80 Punkten - das ist der niedrigste Stand seit Mai dieses Jahres.

Italien weiter Sorgenkind


Kaum gelegt haben sich die Sorgen um Italien. Im Zuge der angekündigten üppigen Haushaltsausgaben sind die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen am Dienstag auf 3,45 Prozent geklettert - der höchste Stand seit März 2014. Aktuell sind es immer noch 3,37 Prozent. Zum Vergleich: Vor wenigen Wochen waren es noch weniger als 2,80 Prozent. "Nun droht auch eine Herabstufung der Bonität Italiens durch die großen Ratingagenturen, was die Finanzierung des Landes noch teurer machen würde", bemerkt Klaus Stopp von der Baader Bank.

"Zwar hat die Regierung ihre Defizitziele im Zuge des massiven Anstiegs der Risikoaufschläge revidiert. Doch das wird wohl weder Märkte noch Rating-Agenturen überzeugen", kommentiert Leister. Denn trotz der Senkung der Defizitziele für 2020 und 2021 auf 2,1 bzw. 1,8 Prozent laufe dies immer noch auf eine erhebliche Verschlechterung des strukturellen Haushaltsdefizits hinaus. "Zudem werden die neuen Haushaltsversprechen wohl kaum für bare Münze genommen werden."

Nervosität um Griechenlands Banken


Auch die Renditen griechischer Anleihen sind wieder gestiegen, die der zehnjährigen Anleihen zum Beispiel auf 4,48 Prozent nach 4,04 Ende September. Anfang der Woche hatten sich wieder Sorgen über die immensen Kreditrisiken der griechischen Banken breit gemacht und die Aktienkurse der Institute abstürzen lassen, am Donnerstag setzte eine Erholung ein. "Panik am Anleihemarkt gibt es aber definitiv nicht", stellt Daniel klar. Das zeigt auch der Blick in die Vergangenheit: 2015 waren die Renditen zehnjähriger griechischer Staatsanleihen auf über 15 Prozent geklettert.

DIC-Anleihe bleibt gesucht

Im Handel mit Unternehmensanleihen ist Daniel zufolge eine bis 2023 laufende Anleihe von Südzucker International Finance mit Kupon von 1,25 Prozent (WKN A189JF) gefragt. Abgegeben würden hingegen Stada-Bonds (WKN A14KJP).

Für Privatanleger attraktive Neuemissionen gab es in dieser Woche nicht. Weiter gut an kommt laut Daniel die noch relativ neue Anleihe des Gewerbeimmobilienkonzerns DIC Asset AG mit Laufzeit bis Oktober 2023 und Kupon von 3,5 Prozent (WKN A2NBZG). "Der Kurs liegt mittlerweile bei 100,73 Prozent", stellt Daniel fest.

Von: Anna-Maria Borse
5. Oktober 2018, © Deutsche Börse AG

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