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zurück  drucken  vor  30.10.2018 15:36:33 122 Datensätze gefunden
ETFs: "Anleger setzen auf USA und Nachhaltigkeit"

Die niedrigeren Kurse an den Aktienbörsen bringen Anleger sowohl zum Ausstieg als auch zum Einstieg. Gefragt sind insbesondere ETFs mit US-Aktien im S&P 500, gern auch wechselkursgesichert. Nachhaltig agierende Unternehmen finden ebenfalls Abnehmer. Europäische Standardwerte sowie deutsche Bluechips und Mid-Caps werden hingegen zumeist verkauft.


30. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zum Teil stark schwankende Aktienmärkte bescheren den Market Makers ansehnliche ETF-Umsätze. "Wenig überraschend haben wir sehr gut zu tun", beschreibt Tobial Runkehl. Einen eindeutigen Trend macht der Händler von IMC trotz insgesamt fallender Kurse nicht aus. Einerseits verabschiedeten sich viele ETF-Anleger von ihren Aktieninvestments, manchmal zugunsten von Rentenwerten und Gold-ETCs. "Gleichzeitig werden Aktien auch gekauft."


Aus den Depots fliegen Runkehl zufolge Tracker europäischer und deutscher Indizes. "Dabei hatten wir zum Teil Transaktionen mit sehr großen Volumina." Neben Euro Stoxx 50-ETFs seien DAX- und MDAX-ETFs in größerem Stil betroffen.


Mit knapp 59.000 Transaktionen beflügelt die hohe Volatilität an den Börsen auch das ETF-Geschäft bei der Commerzbank, wie Sophia Wurm meldet. Am meisten gehandelt mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Zu- und Abflüssen würden mit Abstand S&P 500-ETFs, wobei die währungsgesicherte Variante (WKN A1C5E9) zumeist gesucht sei. MSCI World-Tracker würden gleichermaßen in beide Richtungen gehandelt. Nahezu ausschließlich Abflüsse verbucht Wurm aus Nasdaq-Produkten (WKN A0F5UV). DAX- und Euro Stoxx 50-Tracker würden in Summe abgestoßen. Gleichzeitig positionierten sich die Commerzbank-Kunden per Saldo in französischen Aktien im CAC 40 (WKN A0RADL) und im MSCI Europe Minimum Volatitily (WKN A1J783). "Das passt zum Marktgeschehen", findet die Händlerin.


Blick über den Teich


Überdurchschnittlich starkes Interesse registriert auch Runkehl für US-Aktien, wobei sich Zu- und Abflüsse insgesamt in etwa die Waage hielten. Allerdings überwiegen in seinen Oderbüchern die Käufe bei S&P 500-Trackern verschiedener Anbieter. Der zugrunde liegende weltweit viel beachtete Index mit 500 Aktien der - gemessen an der Marktkapitalisierung - größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen hat seit Monatsbeginn fast 10 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell um 2.641 Punkte. Das verlocke schon mal zum Einstieg. Tracker des Russell 2000 (WKN A1XEJT) würden rege auf beiden Seiten gehandelt.


Brasilianische Konzerne gefragt


Mit der Aufwärtstendenz am brasilianischen Aktienmarkt stieg laut IMC auch das Engagement von ETF-Investoren in Unternehmen des Landes. Zumeist gekauft würden beispielsweise Indexfonds, die sich am MSCI Brazil (WKN A2AQ5K) orientieren. Mit der absehbaren Wahl des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro zeigten die Kurse brasilianischer Unternehmen gen Norden. Der Leitindex Bovespa legte seit Mitte September von 74.686 auf 83.796 Punkte zu. Das entspricht einem Plus von gut 12 Prozent.


Nachhaltigkeit immer wichtiger


Einen vorderen Rang in IMCs Umsatzstatistik belegten börsengehandelte Indexfonds mit sozial-ökologischer Ausrichtung. Die jüngste iShares-Reihe mit unter anderem MSCI Emerging Markets SRI- (WKN A2AFCZ), MSCI Europe SRI- (WKN A1H7ZS) und MSCI USA SRI-Produkten (WKN A2AFC0) habe für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt. "Wir hatten in allen Produkten einiges Interesse", beschreibt Runkehl. Die zugrunde liegenden Indizes schließen Unternehmen aus, die mit Waffen, Tabak, Kohle und Ölsand ihr Geld verdienen oder die Prinzipien des UN-Global-Compact missachten. BlackRock als Emittent der iShares Produkte erwartet einen deutlichen Schub für nachhaltige Investment. Demnach soll bis 2028 das verwaltete Vermögen in ETFs mit sozialer und ökologischer Ausrichtung von aktuell 25 Milliarden Dollar auf über 400 Milliarden Dollar wachsen. Das werde den Anteil grüner Investments am ETF-Markt von derzeit 3 Prozent auf voraussichtlich über 20 Prozent steigern.


Defensives überzeugt


Mit Blick auf Branchen stünden US-Technologiewerte, Banken-ETFs und Energiekonzerne im Vordergrund, wie Wurm berichtet. "Hier hatten wir Nachfrage in beide Richtungen." Von defensiven Sektoren versprächen sich Investoren scheinbar mehr. Auf den Einkaufslisten führt die Commerzbank MSCI Europe Consumer Staples- (WKN A1191N) und Stoxx Europe 600 Utilities-ETFs (WKN A0Q4A0).


von: Iris Merker,

30. Oktober 2018, © Deutsche Börse AG

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