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zurück  drucken  vor  31.10.2018 16:25:25 122 Datensätze gefunden
Marktstimmung: "Überzeugungskäufe oder billige Schnäppchen?"

Massive Käufe nach der jüngsten Erholung vor allem der professionellen Investoren verstärken nach Ansicht von Joachim Goldberg die Kontraindikation des Sentiment-Index, der für beide Gruppen ziemlich hoch steht.

31. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Und das Wachstum der Eurozone hat im dritten Quartal in erster Lesung enttäuscht, ganz besonders aber die Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt Italiens. Da dieses im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal stagnierte, haben sich die Zweifel verstärkt, ob die Wachstumsprognosen und die damit verbundenen Budgetplanungen Italiens nicht zu optimistisch seien. Mehr noch steht mit den Zwischenwahlen in den USA am 6. November ein sogenanntes Ereignisrisiko für die Börsianer an. Immerhin: Es soll dem Vernehmen nach viele Anleger gegeben haben, die, vom angekündigten Rücktritt der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom CDU-Parteivorsitz ermutigt, mit kräftigen Aktienkäufen reagiert haben.

Zumindest hat sich die Stimmung der mittelfristig orientierten institutionellen Investoren, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, wieder deutlich verbessert. Denn das Stimmungsbarometer stieg nach dem starken Einbruch vom vergangenen Mittwoch um 42 Punkte auf einen Stand von +18 Punkte. Allerdings können wir den Zahlen nicht entnehmen, ob sie tatsächlich neuem politischem Optimismus geschuldet sind. Denn genauso gut könnten ganz einfach nur die günstigen Einstiegskurse zu Käufen verlockt haben. Denn der DAX war seit der vergangenen Erhebung vorübergehend um 1,9 Prozent gefallen. Bemerkenswert ist dabei allerdings, dass nicht alle Bären der Vorwoche ins Bullenlager zurückgekehrt sind. Denn die Gruppe der neuen Optimisten speist sich auch von vormals neutral eingestellten Akteuren.

Erfolgreiche institutionelle Anleger


Bei den Privatanlegern hat sich indes nicht so viel getan. Dies ist auch nicht weiter erstaunlich, da viele Optimisten in dieser Anlegergruppe ihre bereits bis dahin erlittenen Buchverluste weiter ausgesessen haben und selbst angesichts weiter fallender Aktienkurse untätig geblieben waren. Immerhin: Die vergleichsweise wenigen disziplinierten Akteure, die sich zuletzt von Beständen getrennt hatten, sind offensichtlich auf niedrigerem Niveau wieder eingestiegen und haben so dafür gesorgt, dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index der Privatanleger sich wieder um 11 Punkte auf +26 Punkte, dem Niveau von vor zwei Wochen, erhöht hat. Allerdings ist der DAX für viele Akteure dieser Gruppe noch nicht stark genug gestiegen, um sich von den bestehenden Kaufpositionen zumindest ohne Verlust trennen zu können.

Per Saldo hat sich die Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren wieder deutlich verringert. Dabei fällt auf, dass während der vergangenen Wochen vor allen Dingen institutionelle Marktteilnehmer nicht vornehmlich mittelfristig aktiv gewesen sind. Denn die starken Stimmungsschwankungen bei etwa einem Viertel des kompletten Panels sind eher ein Spiegel kurzfristiger Transaktionen, die mitunter ausgesprochen erfolgreich verlaufen sind. Die ruhigere Hand scheint jedoch das Gros der Privatanleger zu haben. Nicht immer nur aus echter Überzeugung, sondern weil die zwischenzeitlich schlechte DAX-Performance sie in zahlreichen Fällen zum Stillhalten gezwungen hat.

Für den DAX bedeutet der jüngste Optimismus erfahrungsgemäß eher eine Belastung. Zumindest scheint der jüngste Aufschwung des Börsenbarometers hausgemacht. Dies ist insofern erfreulich, als der Anstieg der Kurse nicht durch ausländische Kapitalabflüsse - diese wären angesichts der herben Verluste an Wall Street durchaus nachvollziehbar gewesen - gebremst wurde. Ob der Optimismus der hiesigen Börsianer nachhaltig ist, wird sich spätestens dann zeigen, wenn der DAX aus heutiger Sicht (11.430 Punkte) tatsächlich noch weitere 2 bis 2,5 Prozent steigen sollte. Dann wird sich erweisen, ob die von uns befragten Börsianer tatsächlich ein neues Grundvertrauen in deutsche Aktien entwickelt oder sich aufgrund von Gewinnmitnahmen lieber wieder aus dem Markt verabschiedet haben.

31. Oktober 2018, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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